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Fahrradhelme:
Eine unerfüllte Hoffnung auf Schutz!


Liebe Leserinnen und Leser

diese Seite mag Ihnen radikal erscheinen und politisch unkorrekt. Sie wurde aber nach jahrelanger sorgfältiger Recherche und nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Je länger man recherchiert, je mehr Studien gemacht werden, desto mehr kommt man zu dem Schluss, dass der Fahrradhelm nicht hält und nicht halten kann, was er verspricht. Insbesondere die neuesten Studien, die die Unfallfolgen mit und ohne Fahrradhelm untersuchen, zeigen keinen statistischen Nutzen des Fahrradhelms. Das ist schwer zu glauben, weil mit viel Aufwand jahrzehntelang das Gegenteil behauptet wurde und immer noch wird, aber es ist das Ergebnis wissenschaftlicher Untersuchungen. Dennoch stehen wir nach meiner Einschätzung kurz vor Einführung einer Helmpflicht, entweder formal oder, wie bereits in Einzelfällen erfolgt, über Nachteile nach einem Unfall. Daher ist es wichtig, deutlich zu beschreiben, wo die Grenzen des Fahrradhelmes liegen.

Doch nun lesen Sie selbst!

Aktuelle Nachricht: Kein Einfluss auf Kopfverletzungen durch Helmpflicht

Eine aktuelle Studie (veröffentlicht im November 2015) kommt zu dem Ergebnis, dass die in einigen Bundesstaaten Kanadas herrschende Fahrradhelmpflicht zwar die Helmtragequote deutlich erhöht hat, aber im Vergleich zu den Bundesstaaten ohne Helmpflicht und niedriger Tragequote keinen Einfluss auf die Verletzungsrate von Schädel, Gesicht und Nacken hat. Es zeigte sich vielmehr abermals, dass ein hoher Radverkehrsanteil das Unfallrisiko jedes einzelnen Radfahrers senkt. Und in Münster gibt es eine Auffälligkeit: Während Verkehrszählungen ergaben, dass 9% der Radfahrerinnen und Radfahrer einen Helm tragen, protokollierte die Polizei bei 16% der verletzten Radfahrerinnen und Radfahrer, dass sie einen Helm trugen! Erhöht das Tragen des Helms die Verletzungswahrscheinlichkeit auf fast das Doppelte?

Die Obliegenheitspflicht, der wahrscheinlich einzige Grund, einen Fahrradhelm zu tragen

Das Oberlandesgericht Schleswig sprach einer Radlerin im Juni 13 eine Mitschuld an ihren Kopfverletzungen zu, weil sie keinen Helm getragen hatte (ein sogenannter Verstoß gegen die Obliegenheitspflicht). Diese Radlerin wird vom ADFC bei ihrer Revision vor dem Bundesgerichtshof unterstützt.

In der Pressemitteilung wird das Gericht beleidigend gegenüber Radlern ohne Helm, denn es schreibt, verständige Radfahrer trügen einen, solche ohne Helm sind im Umkehrschluss also dumm. Dabei haben gerade verständige Radfahrer gut begründete Zweifel daran, dass der Helm insbesondere in diesem Falle geschützt hätte. Auch wenn man dem Neurologen (dem jegliche Ausbildung zur Unfallanlalyse fehlt) glaubt ,der gutachterte, ein Helm hätte die Schäden an Schädel und Gehirn geringer ausfallen lassen, so stellt sich die Frage, ob nicht der Überstand des Helms bei dem Sturz auf den Hinterkopf zu schweren Verletzungen der Halswirbelsäule und des Rückenmarks durch Überdehnung geführt hätte.

Die Radfahrerin hatte Erfolg vor dem BGH und bekam vollumfänglich Recht:
Keine Anspruchskürzung für Radfahrer/innen ohne Helm.
Bemerkenswert an der Pressemitteilung zum Urteil ist, dass der Bundesgerichtshof zur Begründung ausschließlich heranzieht, dass eine Helmtragequote von 11 % nicht ausreicht, um wie das OLG Schleswig ein allgemeines Bewusstsein zur Notwendigkeit eines Fahrradhelms anzunehmen. Anders ausgedrückt: Je mehr Radfahrer einen Helm tragen, desto eher müssen Nichtträger Anspruchskürzungen in Kauf nehmen!

Fahrradhelme schützen?

Eine etwas polemische Frage vorweg: Tragen Sie 24 Stunden am Tag einen Helm? Nein? Dann müssen Sie auch beim Radeln keinen tragen. Denn weniger als 4% aller Todesfälle in Deutschland erfolgen durch Unfälle, davon weniger als 450 pro Jahr (2010: 381, 2011: 399, 2012: 406, Durchschnitt 2007 bis 2010: 431) beim Radeln (Quelle: Statistisches Bundesamt), aber mehr als 1000 pro Jahr durch Treppenstürze. Nur 1,3 % aller bei Radfahrunfällen erlittenen Verletzungen betreffen das Gehirn und die vom Helm bedeckte Kopfpartie (Quelle: Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherer aufgrund einer Studie in Münster). Zur Zeit sind Senioren diejenigen, die sich ständig anhören müssen, das Radfahren wäre so gefährlich, dass man einen "Fahrradhelm" tragen müsse. Warum nicht beim Treppensteigen und als Fußgänger (2010: 476 Tote, 2011: 614 (!!!) Tote, 2012: 520 Tote)?

Wussten Sie, dass in den Niederlanden praktisch niemand einen Fahrradhelm trägt, es bezogen auf die zurückgelegten Kilometerleistungen aber nur halb so viele Tote bei Radfahrunfällen gibt? Wie heißt es dort: Siehst Du in Holland einen Radfahrer mit Helm, so ist es ein deutscher Tourist.

Das Kuratorium ZNS (Hannelore-Kohl-Stiftung) wird nicht müde, mit abstoßenden, blutstrotzenden Plakaten das Helmtragen beim so gefährlichen Radeln anzumahnen. Dabei verkündete Sie selbst in ihrem Jahresbericht, dass nur insgesamt 1% der ZNS-geschädigten Personen den Schaden als Radler oder Fußgänger erlitten, 26% aber beim Autofahren (wohlweislich wurde dieser Bericht aus dem Netz entfernt, ich schicke Ihnen die Grafik gerne zu). Auch die Polizei wird nicht müde, zum Helmtragen zu ermahnen, und die Presse greift das gerne auf ("Seniorin vom 30-Tonner überrollt - sie trug keinen Helm"). In diesem Artikel wird nachweislos eine Schutzwirkung behauptet, der Rückgang der Zahl der Schädelverletzungen bei Kindern und Jugendlichen mit dem Helmtragen zu begründen ohne die Entwicklung der Tragequote anzugeben, ist genauso unseriös wie andere Faktoren wie die Entwickung des Skatebordsports nicht zu berücksichtigen. Aber allseits beliebt ist der Appell an das Gewissen. Erwachsene sollen Vorbild sein. Erstens gelten für Kinder im Verkehr andere Regeln, z.B. wird sich kein Erwachsener in einen Kindersitz zwängen oder auf das Autofahren verzichten, nur weil das Kind nicht ans Steuer darf. Somit ist nichts dagegen einzuwenden, seinen Kindern das Helmtragen vorzuschreiben, selbst aber darauf zu verzichten, zumal das höhere Gewicht Erwachsener eine nennenswerte Schutzwirkung bei diesen sicher nicht erwarten lässt. Zudem möge die Polizei doch bitte zunächst an ihrer Vorbildwirkung arbeiten, bevor sie das von anderen Verkehrsteilnehmern erwartet. Das Befahren von Sperrflächen und Linksabbiegespuren des Gegenverkehrs zum Zwecke des Überholens muss ich z.B. immer wieder beobachten.

Im Jahr 2010 fiel die Aktion "fahrradhelm macht schule" auf, die, finanzstark durch einen Fahrradhelmhersteller (der dafür auch für seine Produkte werben darf) unterstützt, in die Grundschulen geht. Betrachtet man das Video auf ihrer Webseite, so fällt die fachliche Inkompetenz auf: Da werden z. B. Kindern die Helme zu weit im Nacken und mit zu lockeren und verdrehten Kinnriemen aufgesetzt. Die Polizistin Haase, Sammlerin unfallzerstörter Helme, macht das Versprechen, jeder kaputte Fahrradhelm habe ein Leben gerettet, was natürlich gelogen ist, denn unter den Verkehrsunfalltoten der letzten Jahre waren auch Helmträger. Ich habe die Betreiber dieser Aktion mit diesen und weiteren Unwahrheiten und Widersprüchlichkeiten am 12.6.2010 konfrontiert, erhielt aber bisher (Juli 13) trotz mehrerer Nachfragen keine Antwort. Ich werde zeitnah berichten, wenn eine Antwort vorliegt, gehe aber bis dahin davon aus, dass auch dort nur behauptet wird, Fahrradhelme böten Schutz, ohne es auch nur annähernd belegen zu können. Auch die hiesige Polizei habe ich zuletzt im März 2011 um Wirknachweise gebeten, aber keine Antwort erhalten. Polizei und Minister aller politischen Ebenen werden hingegen nicht müde, zum Helmtragen zu ermahnen.

Nachdenklich stimmt hingegen dieser Artikel vom 27.7.2009 in den "Ad-hoc-news": "Fahrradhelm- Fünfjähriger mit Fahrrad tödlich verunglückt - Auch ein Fahrradhelm konnte das Leben des Jungen nicht retten: Lichtenau (ddp-bwb). Ein Fünfjähriger ist am Montag bei einem Verkehrsunfall im badischen Lichtenau tödlich verunglückt. Wie die Polizei mitteilte, hatte der Großvater den Jungen mit dem Fahrrad aus dem Kindergarten abgeholt und fuhr gemeinsam mit seinem Enkel auf dem Gehweg. Als ein Lkw mit Anhänger die beiden Fahrradfahrer passierte, strauchelte der Fünfjährige und stürzte seitlich gegen den Anhänger. Obwohl der Junge einen Fahrradhelm trug, erlitt er so schwere Kopfverletzungen, dass er am Unfallort starb." Eigentlich hatte er beste Voraussetzungen, nämlich geringes Körpergewicht, geringe Geschwindigkeit und geringe Fallhöhe, dennoch starb er. Wie log noch die Polizistin Haase? Jeder zerstörte Helm habe ein Leben gerettet.

Im Oktober 2011 gab es Medienwirbel, weil der damalige Verkehrsminister Ramsauer den Radfahrern ein Ultimatum stellte: Entweder über die Hälfte tragen einen Helm oder es kommt die Pflicht dazu. Mal abgesehen davon, dass er das nicht alleine zu bestimmen hat und eine so hohe Tragequote einer Helmpflicht gleichkommt (das nennt man Obliegenheitspflicht), bekleckerte auch er sich nicht mit Ruhm. Es habe einen Anstieg der Todesfälle auf 450 gegeben, zitierte ihn die Rheinische Post. Falsch, von 2009 auf 2010 sank die Zahl der Toten auf 381, und das bei sinkender Helmtragequote (von 11 auf 9%). 2011 betrug die Tragequote wieder 11% und es starben 399 Radelrinnen und Radler. Wäre ich genauso polemisch wie die Helmbefürworter, dann schriebe ich jetzt: Hurra, keinen Helm zu tragen schützt vor Unfällen! Bin ich aber nicht.

Später wurde die Zahl der Toten korrigiert. Aber es wurde sofort auch der harte Winter für den Rückgang verantwortlich gemacht, Zahlen zum Radverkehrsanteil, die das belegen, nannte aber niemand. Seltsamerweise ging auch die Zahl der Toten bei den Fußgängern und Pkw-Nutzern in derselben Größenordnung zurück. Waren alle im Winterschlaf? Oder wurde einfach weniger gerast und Unfälle liefen deshalb überwiegend glimpflich ab?

Mit oder ohne Fahrradhelm: EGAL!

Inzwischen wurde in Münster die UKM-Studie durchgeführt, dabei wurden ein Jahr lang alle in Kliniken eingelieferten Radfahrer/innen und ihr Verletzungsbild erfasst. Außerdem wurde ermittelt, ob sie einen Fahrradhelm trugen. Leider liegt uns die Studie nicht vor, daher zitieren wir hier Dr. Adolf Müller, Chefarzt der Klinik für Neurochirugie am Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg: "Die Auswertung der Münsteraner Studie dagegen zeigt, dass im Verletzungsgrad keine Unterschiede zwischen Helmträgern und unbehelmten Radfahrern nachzuweisen ist: Verletzte erleiden bei Fahrradstürzen meist mittelschwere Schädelhirntraumen, unabhängig davon, ob sie einen Helm getragen haben oder nicht." Offenbar vermag der Helm zwar bisweilen Brüche von Schädelknochen zu verhindern, dennoch schwillt hinter den unversehrten Knochen das Gehirn an und erleidet Sekundärschäden, weil es nicht genügend Platz hat. Auch in Kanada kam man zu demselben Ergebnis (siehe ganz oben).

Was sagen Hersteller von Fahrradhelmen?

Wenig. Meistens findet man nur Konjunktive. Interessant die Aussage in einer älteren Bedienungsanleitung des Herstellers Giro: "Kein Helm kann seinem Träger Schutz vor allen absehbaren Unfällen bieten, insbesondere bei Zusammenstößen von Fahrrädern mit Kraftfahrzeugen. Je nach Art des Aufpralls kann selbst ein Unfall, der sich bei sehr geringer Geschwindigkeit ereignet, zu schweren Kopfverletzungen oder zum Tod führen. Dieser Helm dient dem Schutz des Kopfes und kann keinen Schutz vor Hirn-, Rückgrat- oder anderen Körperverletzungen bieten, die bei einem Unfall entstehen." Bemerkenswert, dass der Hersteller Giro schreibt, dass zwar der Kopf, nicht aber das Hirn darin geschützt wird. Aber er hat Recht, denn der Schädel bleibt zwar vielleicht ganz, aber das Hirn wird dennoch beim Aufprall gequetscht und zerrissen (sogenannter diffuser Axonschaden) und ein tödlicher Ausgang ist möglich (siehe auch die Besprechung der Studie aus Münster oben).

Aus der Bedienungsanleitung 2012 für Casco-Helme: "F: WICHTIGE HINWEISE ZU IHRER SICHERHEIT: SIE MÜSSEN NICHT SCHNELL FAHREN, UM SICH ZU VERLETZEN! Fälle ernster Kopfverletzungen oder sogar tödliche Verletzungen wurden schon bei Schrittgeschwindigkeit dokumentiert, SOGAR ALS DIE FAHRER EINEN HELM TRUGEN. Der Schutz, den ein Helm gibt, hängt von den Umständen des Unfalls ab, wobei das Tragen eines Schutzhelmes nicht immer einen tödlichen Unfall oder längere Invalidität verhindert. (...) Tragen Sie Ihren Helm immer in der richtigen Position. Kein Helm kann den Hals oder unbedeckte Stellen des Kopfes schützen."

ABUS (der Sponsor von „Fahrradhelm macht Schule“ und diversen Presseaktionen von Polizei und Innenministern) hingegen wurde polemisch: "Fahrradhelme können Leben retten! - 2003 sind in Deutschland fast 70.000 Radfahrer im Straßenverkehr verletzt worden – 6000 Menschen starben bei Verkehrsunfällen." Man nimmt also die Anzahl der Verkehrstoten insgesamt (es waren übrigens sogar 6 613) und stellt sie den verletzten Radlern gegenüber. Offensichtlich sind "nur" rund 400 getötete Radler nicht werbewirksam genug.
Aber auch ABUS entwickelt sich, die Seite, von der das obige Zitat stammt, existiert nicht mehr: Stattdessen heißt es: "Einen Fahrrad-Helm zu tragen, ist vernünftig. Er schützt beim Sturz vor schweren Kopfverletzungen." Warum sind dann schon Helmträger an Kopfverletzungen gestorben? Der Satz "Wissenschaftliche Untersuchungen weisen aus, dass das Risiko einer Kopfverletzung im Straßenverkehr um 69 % reduziert werden kann, wenn ein Fahrradhelm getragen wird." wurde 2013 noch einmal verschäft: „Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass das Tragen eines Fahrradhelms das Risiko einer Kopfverletzung im Straßenverkehr um 69 Prozent reduziert.“ Wenn Sie, lieber Leser, wissen, welche Untersuchungen ABUS meint, teilen Sie es uns bitte mit. Wir konnten bisher keine finden.

Cratoni wirbt im Banner mit "100% HEAD PROTECTION". Dazu müsste der Helm aber auch den gesamten Kopf bedecken und nicht u.a. das Gesicht frei lassen.

Was schützt wirklich?

Ein hoher Radverkehrsanteil. Wo viele Radlerinnen und Radler unterwegs sind, ist die Zahl der Unfälle pro Radler/in i.d.R. besonders niedrig, denn die motorisierten Verkehrsteilnehmer missachten deren Rechte weniger (in der Presse gerne als "Übersehen" bezeichnet). Daher verwundert es auch nicht, dass der Rückgang der Radlerzahlen nach Einführung einer Helmpflicht in Australien zu einer erhöhten Unfallzahl unter den verbliebenen Radlern führte.

Eine angepasste Geschwindigkeit. Helme sind darauf ausgelegt, dass sie mit 3,1 bis 6,1 kg gefüllt bei einer Aufprallgeschwindigkeit von etwa 20 km/h senkrecht von oben auf eine glatte Fläche und auf eine dachförmige Kante ihren Inhalt vor einer Einwirkung von mehr als der 250fachen Erdbeschleunigung schützen sollen. Diese Testsituation ist aber völlig unrealistisch, denn wer fällt schon kopfüber nach unten? Bei seitlichem Aufprall allerdings schützt der Helm eher weniger als beim Sturz kopfüber. Das Füllgewicht entsprecht recht gut dem Kopf eines Menschen, aber wenn der Helm nur noch den Kopf enthält, wird er definitiv nicht mehr benötigt. Beim senkrechten Fall ist der helmtragende 75-kg-Mensch bei 25 km/h etwa so geschützt wie ohne Helm bei 24 km/h. Wenn sie also 20 km/h statt 25 km/h fahren, haben Sie erheblich mehr für Ihren Kopf getan, als es auch der beste Helm vermag. Schwere Schäden kann ein menschliches Gehirn übrigens schon bei Einwirkung 100facher Erdbeschleunigung erleiden. Ein Helm, der vielleicht davor schützen kann, ist zum Radfahren wegen seiner Massivität ungeeignet und als Motorradhelm im Handel.

Eine intelligente Infrastruktur. Wenn ich als Radler gezwungen werde, zwischen Häuserzeile und parkenden Autos zu radeln ("Radwegebenutzungspflicht"), wohlmöglich auch noch auf der linken Straßenseite, wenn die Radler vor Kreuzungen aus dem Blickfeld der Autofahrer verschwenkt werden, dann steigt die Unfallgefahr immens. Und gegen eine oder mehrere Tonnen Blech hilft dann auch kein Helm.

Und die Statistik?

Es gibt keine Untersuchung, die eine Schutzwirkung des Fahrradhelms belegt. Im Gegenteil: Untersucht man das Verhältnis Kopfverletzungen zu anderen Verletzungen, die beim Radeln erlitten wurden, so ist es völlig unabhängig davon, ob zum Zeitpunkt des Unfalls ein Helm getragen wurde. Immer wieder wird behauptet, es gäbe Untersuchungen, die eine Schutzwirkung belegen würden, so z.B. von Attewell oder Thompson, diese Studien wurden jedoch alle als methodisch fehlerhaft entlarvt. Mehr dazu finden Sie unter den unten angegebenen Links. Inzwischen hat auch die National Highway Traffic Safety Administration (Behörde in den USA) erkannt, dass die jahrelang und heute immer noch zitierte Seattle-Studie mit den angeblichen 87% Schutzwirkung extrem fehlerhaft ist.

Bin ich ohne Helm ein schlechtes Vorbild?

Nein, natürlich nicht. Ein schlechtes Vorbild ist, wer auf Gehwegen radelt oder Ampeln missachtet, denn dadurch steigt das Unfallrisiko. Da das Tragen eines Helms aber keine nachgewiesene Schutzwirkung hat, ist der Nichtträger auch kein schlechtes Vorbild. Im Gegenteil: Wer einen Helm trägt, trägt zur Einführung der Helmpflicht durch die Hintertür bei, denn Versicherungen versuchen immer wieder, sich vor Zahlungen zu drücken, wenn das Opfer keinen Helm trug. Bis vor kurzem urteilten die Gerichte bei Alltagsradlern noch, dass das Helmtragen nicht allgemein üblich ist, also das Nichttragen nicht zum Verlust des Versicherungsschutzes führt. Inzwischen hat ein Richter einer Radfahrerin ohne Helm 20% Mitschuld an ihren eigenen Verletzungen, die eine Autofahrerin durch das achtlose Öffnen der Türe verursachte, verurteilt. In der Begründung wird behauptet, verständige Radfahrer trügen einen Helm, folglich sind fast 90% der Radfahrer nicht verständig, also dumm. Da aber es eben Radfahrer gibt, die einen Helm tragen, sollen nun alle einen tragen.

Weiterführende Links finden Sie beim ADFC.

Eine Fundgrube für Untersuchungen zur Verkehrssicherheit - wenn man mit dem Englischen zurecht kommt - ist die Seite der European Cyclists' Federation, in der der ADFC Mitglied ist.

Und nicht zuletzt hat mein Bruder einiges zum Thema zusammengestellt.